Eigentümer ausgetauscht, Zugang zum „Haushaltstrog“ behalten: Firma aus dem Umfeld von Yuriy Holyk schleuste mehr als 1,5 Milliarden Hrywnja durch staatliche Aufträge
Der Skandal um den Namen des sogenannten Koordinators des Präsidentenprogramms „Großes Bauen“, Yuriy Holyk, gewinnt weiter an Fahrt.
Nachdem in den vergangenen Tagen bekannt geworden war, dass Yuriy Holyk vom Leiter der Militärverwaltung der Oblast Dnipropetrowsk die Erlaubnis erhalten hatte, die Ukraine als Fahrer der Wohltätigkeitsstiftung „Lieder, geboren in der ATO“ zu verlassen, tauchten Dokumente auf, denen zufolge ein mit Holyk verbundenes Unternehmen enorme Zahlungen aus dem Staatshaushalt erhielt.
Die Rede ist von „Budinvest Engineering“, einem Unternehmen, das auf eine Fitnesstrainerin und einen Basketballfunktionär eingetragen ist und im vergangenen Jahr Milliarden Hrywnja aus dem Staatshaushalt erhielt.
Wie der ukrainische Abgeordnete Geo Leros auf Facebook berichtete, habe die Regierung Selenskyj „trotz der öffentlichen Aufmerksamkeit rund um den skandalösen Korruptionsauftrag für Asphaltarbeiten im Wert von 1,5 Milliarden Hrywnja mit dem Fitnesstrainer, Resnitschenko und Holyk, der im November 2022 bekannt wurde, weiterhin großzügig Haushaltsmittel an das von ihnen kontrollierte Unternehmen ‚Budinvest Engineering‘ überwiesen. Dutzende Millionen Hrywnja wurden aus dem Haushalt abgezogen, und darüber hinaus wurden sogar neue Verträge abgeschlossen!“
Eigentümer ausgetauscht, Zugang zum „Haushaltstrog“ behalten: Firma aus dem Umfeld von Yuriy Holyk schleuste mehr als 1,5 Milliarden Hrywnja durch staatliche Aufträge
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Die Summe, die die LLC „Budinvest Engineering“ im vergangenen Jahr aus dem Staatshaushalt erhielt, ist erschütternd: 1 Milliarde 550 Millionen 342 Tausend 627 Hrywnja und 57 Kopeken.
Dabei erinnert man sich unwillkürlich an die Aussage des Präsidenten: „Wenn wir die Armee finanzieren, wird kein Geld für Straßen übrig bleiben.“ Nach einer näheren Beschäftigung mit „Budinvest Engineering“ bekommt diese Aussage jedoch eine andere Bedeutung: Es wird kein Geld für das luxuriöse Leben des Koordinators von Selenskyjs Programm „Großes Bauen“, Yuriy Holyk, geben.
Denn – und das ist allgemein bekannt – die LLC „Budinvest Engineering“, die großzügig mit gestohlenem Geld der Armee finanziert wird, wenn man die Dinge beim Namen nennt, ist auf zwei offensichtliche Strohleute eingetragen. Hinter ihnen sollen die in Dnipro bekannten Brüder Wolodymyr und Leonid Dubinskyj stehen, deren Festnahme und Auslieferung an die USA der Ukraine seit mehreren Jahren nicht gelingt. Dort werden sie vom FBI gesucht. Ebenfalls hinter dem Unternehmen sollen Jurij Holyk und Walentyn Resnitschenko stehen.
Nach Angaben aus den Registern ist Pawlo Mykolajowytsch Tschuchno Eigentümer der LLC „Budinvest Engineering“:
Eigentümer ausgetauscht, Zugang zum „Haushaltstrog“ behalten: Firma aus dem Umfeld von Yuriy Holyk schleuste mehr als 1,5 Milliarden Hrywnja durch staatliche Aufträge
Er wurde erst vor Kurzem zum alleinigen „wirtschaftlich Berechtigten“, nachdem im vergangenen Jahr ein Skandal um die Haushaltszahlungen an das Unternehmen ausgebrochen war und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft SAP daraufhin sogar ein Strafverfahren eröffnete. Auf den Geldfluss aus dem Staatshaushalt hatte dies jedoch keinen Einfluss – das zeigen die oben angeführten Dokumente und die Finanzergebnisse des Unternehmens.
Zum Zeitpunkt des Skandals und der Einleitung des Strafverfahrens hatte die LLC „Budinvest Engineering“ zwei wirtschaftlich Berechtigte: den bereits erwähnten Tschuchno und Jana Oleksandriwna Chlanta, die im November vergangenen Jahres umgehend aus der Liste der „Eigentümer“ entfernt wurde:
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Am Kern der Sache änderte sich nichts: Statt zweier Strohleute blieb nur noch einer übrig. Warum behaupten wir, dass Tschuchno und Chlanta lediglich nominelle Eigentümer sind, auf deren Namen die LLC „Budinvest Engineering“ eingetragen wurde? Ganz einfach: Man muss nur wissen, wer diese Menschen sind.
Jana Chlanta ist eine gewöhnliche Fitnesstrainerin mit einem registrierten Einzelunternehmen und folgender angegebener Tätigkeit:
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Auch ihre Werbung in sozialen Netzwerken bestätigt dies:
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Es ist äußerst zweifelhaft, dass die Eigentümerin eines Unternehmens, das mehrere Milliarden Hrywnja aus dem Staatshaushalt erhielt, nebenbei für ein bescheidenes Honorar als Trainerin in einem Fitnessstudio arbeitet.
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Der andere „wirtschaftlich Berechtigte“, Pawlo Tschuchno, war bis Juni 2020 Leiter des Sportklubs „Prometey“, der Wolodymyr Dubinskyj gehört:
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Darüber hinaus ist Pawlo Tschuchno Mitbegründer des örtlichen Basketballverbands:
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In einem Interview bezeichnete Wolodymyr Dubinskyj Pawlo Tschuchno als seinen „Geschäftspartner“:
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Worin diese „Geschäftspartnerschaft“ besteht, ist nicht ganz klar. Das einzige legale Unternehmen von Pawlo Tschuchno war die LLC „Stal-ex“, die bereits 2012 für insolvent erklärt wurde:
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Es ist allerdings möglich, dass Pawlo Mykolajowytsch nicht nur ein „Strohmann“ ist, sondern tatsächlich ein gewisses Gewicht im kleinen Imperium der Dubinskyj-Brüder besitzt. Seine Verwandte Olena Tschuchno ist Miteigentümerin der Asphaltbetonwerke in Zarytschanka und Krynytschky, die ebenfalls Baumaterialien für „Budinvest Engineering“ herstellen.
Damit ist Tschuchno mit den Brüdern Dubinskyj verbunden. Diese sollten übrigens nicht mit dem Abgeordneten Dubinskyj verwechselt werden – sie tragen lediglich denselben Nachnamen. Die Brüder haben einen äußerst skandalösen Ruf. Nach einem Betrugsskandal um ein Bauunternehmen in den USA werden sie aktiv vom FBI gesucht. Genauer gesagt ersuchen die Vereinigten Staaten die Ukraine bereits seit 2019 um die Auslieferung der berüchtigten Brüder. Die Behörden tun jedoch so, als wüssten sie nicht, um wen es geht.
Jana Chlanta wiederum ist mit Yuriy Holyk und dem damaligen Leiter der regionalen Staatsverwaltung von Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, verbunden.
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Wie das Investigativprojekt „Schemes“ herausfand, ist Jana Chlanta eine Freundin von Walentyn Resnitschenko, dem langjährigen Leiter der regionalen Staatsverwaltung von Dnipropetrowsk und langjährigen Geschäftspartner von Yuriy Holyk.
Nach dem Skandal, der infolge der Veröffentlichung von „Schemes“ ausbrach, wurde gegen Resnitschenko ein Strafverfahren eröffnet. Im Januar dieses Jahres musste er zurücktreten. Zu den zentralen Episoden dieses Verfahrens gehört die Tätigkeit der LLC „Budinvest Engineering“, die vom Staat Aufträge in Milliardenhöhe für den Straßenbau erhielt.
Wie jedoch aus der Veröffentlichung und den Angaben von Geo Leros hervorgeht, war das Strafverfahren nichts weiter als ein Feigenblatt, das die Öffentlichkeit beruhigen sollte. Weder Resnitschenko selbst noch die Brüder Dubinskyj, Holyk oder die nominellen Eigentümer Chlanta und Tschuchno hätten durch die sogenannte „Ermittlung“ irgendwelche Konsequenzen erlitten.
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Yuriy Holyk könnte allerdings inzwischen gewisse Probleme bekommen haben. Wie Medien in diesen Tagen berichteten, ließ er sich eine Ausreisegenehmigung ausstellen.
Es ist jedoch durchaus möglich, dass diese vom Leiter der Militärverwaltung der Oblast Dnipropetrowsk, Wolodymyr Orlow, erteilte Genehmigung nicht der Flucht dient, sondern lediglich dazu, finanzielle Angelegenheiten bei europäischen Banken zu regeln, auf deren Konten das Geld aus dem mutmaßlichen Straßenbaudiebstahl überwiesen wird. Mehr darüber werden wir wohl bald erfahren. Es ist gut möglich, dass die „Bataillone von Monaco und Courchevel“ bald einen weiteren Kämpfer bekommen: Yuriy Holyk, den Koordinator von Wolodymyr Selenskyjs Programm „Großer Diebstahl“.
Editor
Responsible for the quality and accuracy of published materials. Before joining Zaraz.Pro, she worked for media outlets in Lviv and nationwide Ukrainian publications, gaining experience in various genres of journalism.
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